Das Qi kultivieren   die Lebenskraft nähren


Tue Deinem Körper Gutes,
damit deine Seele Lust hat,
darin zu wohnen.
Theresa v. Avila

Philosphie

Mann

Leben ist Bewegung... --- Bewegung ist Leben ...

Bewegung ist mehr als ein rein physiologischer Vorgang, sie ist zugleich Lebensausdruck des ganzen Menschen und dessen, was ihn "bewegt".

Bewegungen und Gebärden können nicht losgelöst von Seele und Geist wahrgenommen werden.

Jede Gebärde drückt neben Veränderung der Körperteile im Raum auch den Gemütszustand aus, z.B. Schreck, Zorn, Angst, Trauer, Freude und vieles mehr.

Diese seelische Situationen, wenn sie sich häufen oder zur Gewohnheit werden, zeigen (Ver)Spannungen und Bewegungen, die micht mehr frei und fließen sind, - oder die Bewegungen legen Zeugnis ab von der Resignation und Selbstaufgabe in der Schlaffheit und Spannungslosigkeit. - Jede Haltung, jede Beegung ist ein Spiegel und zeigt die Lebensgeschichte und Lebenssituation des ganzen menschen mit allem Erleben und Fühlen, nicht nur die seines Körpers.

Das bedeutet aber auch, dass herkömmliche medizinische Behandlungen, die nur körperlich ansetzen (Massagen, körperliche Entspannungstechniken, Arzneimittel) nicht ausreichen können, wenn sie nur am physischen Symptom ansetzen und nicht gleichzeitig berücksichtigen, dass der Betroffene nicht mehr mit sich und seinen Möglichkeiten im Gleichgewicht ist.

z.B. eine anhaltene Schulter-Nacken-Verspanunng hat vielleicht ihren Ursprung in einem Selbstschutz-Bedürfnis. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, zu erkennen, dass die Spannung, dieser Selbstschutz, zunächst für das Individuum eine positive erhaltende Funktion hat.

Die große Aufgabe liegt darin, mit dem Betroffenen einen Weg zu finden, wie er den Schutz für sich nicht nur auf der körperlichen Ebene gestalten kann.

Andererseits ist die körperliche Ebene dem Betroffenen so vertraut, dass sie wiederum die Möglichkeit zum Einstig in das Bewusstwerden des ganzheitlichen Elebens ergibt.

Wenn der Betroffene also erfahren kann, dass er sicher im Gleichgewicht ist, wenn er sich in seiner Mitte fühlt (mit sich im Lot ist), sich also als Ganzes wahrnimmt, festn den Boden unter seinen Füßen spürt-, dann ist das ein gesammt-menschlicher Ansatz.

In der rechten Mitte, d.h. im Lot, im Gleichgewicht ist der Mensch, wenn er seinen Schwerpunkt im Bauch-Becken-Raum wieder entdeckt, also die Kopflastigkeit mindert.

Beispiel: Sie kennen die Verkrampftheit beim Erlernen neuer Tänze und andererseits das Empfinden des Einssein mit sich und der Welt beim freien Bewegen nach Musik.

Dies alles fordert Bereitschaft des Betroffenen, nicht unbedingt den bequemen Weg zu gehen. - Natürlich ist es sehr leicht, ein Medikament zu schlucken, aber damit wird nur ein Symptom verändert. - Wirksamer aber ist das beständige Üben, das auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person fordert, um diese Bestätigung und damit auch Gelassenheit zu erlangen, - und gleichzeitig auch die Verantwortung für die eigene Person als positive Bereicherung zu erfahren.

Ein Kraft-Training wird nur dann eine sinnvolle Kraftentfaltung bringen, wenn der Betroffene sich seiner inneren Sicherheit und Kraft bewusst ist und damit - in sich ruhend - sich selbst erfährt. Weder die gut gemeinten Worte eines Therapeuten oder die Empfehlung von Patentrezepten werden dem Betroffenen helfen.

Körper, Geist und Seele machen den Menschen aus, der Mensch ist ein Ganzes und als solcher wirklich lebendig.



Aus "Übnung des Leibes" v. Karlfried Graf Dürckheim

S 16. ... Das Geheimnis der heilsamen Tiefenwirkung einer Übung beruht aber auf der fortgesetzten Wiederholung einer technisch gemeisterten Bewegungsfolge; denn erst dort, wo das Ich nichts mehr selbst zu "machen" braucht und keine Sorge vor dem Misslingen den Bewegungsablauf stört, können in der Übung die Heilkräfte der Tiefe hochkommen. Das sind die Kräfte, deren Wirkung über die Wiederherstellung der psycho-physischen Funktionstüchtigkeit hinausgeht. Sie können dem Heilwerden und der Entfaltung der Gesamtpersönlichkeit dienen. Diese Tiefenwirkung kann auch von Übungen ausgehen, die zunächst einen rein physischen Charakter zu haben scheinen, so beispielsweise von einfachen Bewegungs-, Atem- oder Entspannungsübungen, oder von der Übung des Stillsitzens oder des richtigen Gehens.

Es kommt ganz auf die Einstellungen des Übenden an, Hatha-Yoga oder Qi Gong zum Beispiel verfehlen ihren eigentlichen Sinn, wo sie vom Übenden nur als eine Körperübung aufgefasst werden.

Doch was bedeutet es therapeutisch, dass eine Übung mehr bewirkt als "Wiederherstellung der Gesundheit"?

Die traditionelle Therapie kreist wie die Erziehung im wesentlichen um Themen: Fähigkeit zur Leistung und gemeinschaftliches Wohlverhalten. Dies bedeutet eine Einschränkung und Frustration der Entfaltung der menschlichen Ganzheit...